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MMOODDEELL Temorscha zeigt mit seiner Kunstaustellung “Toleranz ist eine Tugend. Same mission” aktuelle Werke am 26. Mai in Berlin.

Hallo Temorscha! Du bist Model bei uns aber du bist auch ein Künstler. Kannst du uns von deinen verschiedenen Beschäftigungen sprechen? Wie bist du darauf gekommen?

 

Zoltani, Timosan, Tamo… Mein Name ist Temorscha Zoltani. Meine Wurzeln stammen aus Afghanistan und ich bin in Deutschland geboren. Studiert habe ich Ingenieurswissenschaften, was wenig zu tun hat mit Kreativität, weil alles in Formeln gepackt wird und man straight danach rechnen muss. Andererseits hat es mein räumliches Denken und den Erfindergeist in mir enorm gefördert. Außerdem habe ich nebenbei ein Semester Kunst und Mode studiert und habe früh erkannt, dass es mir unheimlich viel Spaß bereitet sich kreativ auszuleben und nicht unbeugsam, quasi dogmatisch auf seinem einzigen schon vor Jahren geplanten „Weg“ zu beharren.

In meiner Studienzeit hab ich mich sehr viel im Bereich Eventmanagement bewegt und war immer daran interessiert mit Menschen zusammenzuarbeiten oder ein Zusammenkommen zu schaffen. Natürlich ging es auch darum, neben der Uni Cash zu verdienen. Aber im Laufe der Zeit und mit dem Beginn des kreativen Auslebens in Form von Schreiben, Malen oder auch mit Hilfe von Fotografie habe ich mich auf soziale Themen bezogen wie Toleranz, Liebe, Bewusstsein bzw. im Oberbegriff geht es um Werte die meiner Meinung nach viel zu schwach repräsentiert werden in unserer Gesellschaft.

Ein Informations-Overload von Bullshit regt mich an essentielle Themen kreativ zu verpacken damit der Betrachter gleichzeitig mit mehreren Kanälen und Sinnen die Thematik aufnehmen kann.

Du bist gerade an der Durchführung einer Ausstellung in Berlin, die bald stattfinden wird. Kannst du uns erklären, woraus dein Projekt besteht?

 

In Berlin treffen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, verschiedener Kulturen, Denkweisen und Geisteshaltungen aufeinander. Verschiedene Vorlieben, Stile, Geschmacksrichtungen. Unterschiedliche Ziele und Träume. Diese Verschiedenheit und Vielfalt macht ihre Gemeinsamkeit aus.

Pluralität lässt Menschen blühen.

Die Entfaltung des Individuums und das Zusammentreffen dieser Vielfalt ermöglichen ein beeindruckendes Ganzes, das auf den Pfeilern von Toleranz beruht. Im Wandel dieser schnelllebigen Zeit können Vielfalt und Unterschiedlichkeit als Inspiration dienen und sind unabdingbar um die eigene Identität zu finden.

 

Die Verschiedenheit von Menschen macht ihre Gemeinsamkeit aus. Eine Gemeinschaft von Individuen, die gerade im Zulassen von Unterschieden wahrnimmt, dass genau diese Vielfalt ihre Schönheit und Wertigkeit ausmacht.

 

Das Thema der Toleranz ist ein sehr aktuelles Thema. In manchen europäischen Ländern werden die extremistischen Parteien immer mächtiger und man kann ein gewisses Misstrauen zwischen den Menschen spüren. Ist deiner Meinung nach die Toleranz ein politisches Thema?

 

Ja auf jeden Fall. Ich finde es ist gerade so ein wichtiges Thema, weil meine Generation damit sehr stark konfrontiert wird. Täglich geraten wir in Situationen in denen wir unser Verhalten und unsere Kommunikation anpassen müssen. Wir sind es, die jetzt etwas für unsere Zukunft verändern können. Auch um unsere Gesellschaft harmonischer für die nächste Generation zu schaffen. Es ist mir klar, nicht jeder kann Berge versetzen aber es fängt bei jedem Individuum an. Es sind die Kleinigkeiten, die große Auswirkungen haben.

Kann man wirklich als Künstler einen Einfluss auf die Leute haben? Was sollen die Leute von deiner Ausstellung im Gedächtnis behalten?

 

Ich glaube jeder Künstler möchte Menschen mit seiner Arbeit bewegen oder etwas in ihnen auslösen. Die Gefühle ansprechen oder Gedankengänge schaffen. Sobald das passiert habe ich schon erreicht was ich wollte. Der Mensch beginnt meist zu reflektieren wenn er ganz alleine ist und ich hoffe die Gäste beschäftigen sich mit dem tiefen Thema der Toleranz und nicht nur mit der Wortbedeutung. Ansonsten soll der 26.05.2017 ein Abend werden der geprägt ist durch das Teilen gemeinsamer Erfahrungen, Gedankenaustausch und Inspiration.

Ein Zusammentreffen der unterschiedlichsten Menschen um ein zusammenleben mit mehr Empathie und ein Bewusstsein für einander zu schaffen.

 

Ist deine Ausstellung auch ein bisschen über dich, deine eigene Geschichte, deine Identität? Warum ist dir dieses Thema so wichtig?

 

Es soll ein Aufruf sein die Augen und Ohren zu öffnen. Ich erlebe täglich an der eigenen Haut auf den Straßen die fehlende und falsche Kommunikation. Angst vor dem Fremden.

Wenn ich diese Probleme schon bemerke, wie geht es wohl den Flüchtlingen?

Ich bin in Deutschland geboren und bin der deutschen Sprache mächtig. Kann dadurch mit meinen Mitmenschen in Kontakt treten, ihnen von mir erzählen und es entsteht eine Verbindung zueinander. Doch zu oft wird nur mit dem Erscheinungsbild des Menschen eine Geschichte geformt. Eine Geschichte die getränkt ist mit Emotionen. Emotionen aus der Vergangenheit für die dieser Mensch nichts kann.

Hast du schon andere Ideen und Projekte im Kopf? Was sind deine Pläne für die Zukunft?

 

Ich versuche in meinen Arbeiten immer den Aspekt vom „global thinking“ unterzubringen.

Zurzeit arbeite ich neben der Ausstellung in Berlin, an Projekten mit Partnern in San Francisco, Ghana und Amsterdam eng zusammen. In den verschiedensten Bereichen wie Musik, Malerei, Film und Fotografie.

Ich habe es geschafft ein engagiertes und motiviertes Team um mich aufzubauen und wir haben noch einige große Pläne für die Zukunft.

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